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Donnerstag, 1. August 2013

Projekt Hattori Hanzo 1. Versuch mit Reto Ruhstaller und Lochblick mit Karoline Falk


In der Morgendämmerung mache ich mich zusammen mit Reto Ruhstaller auf Richtung Nordwand. Die Hattori Hanzo liegt nun perfekt eingerichtet vor mir und wartet auf die Erstbegehung, welche ich dieses Jahr realisieren möchte. Zusammen mit Reto ist es eine Freude, in die Wand einzusteigen, kennen wir doch die Wand nun schon fast besser als unsere eigene Hosentasche. So können wir uns über Erlebnisse  in der Nordwand austauschen, gemeinsam über ihre Schönheit schwelgen und die immer wieder neuen Blickwinkel geniessen. Dass die Hattori Hanzo ein ziemliches Ausdauerbrett ist, wird schnell an dem Durchmesser unserer Unterarme klar, welcher schon nach wenigen Metern in der Schlüsselseillänge grösser und grösser werden als diejenigen des legendären Herr Popey. Die einzelnen Stellen laufen aber schon sehr geschmeidig:-). So braucht es nun noch eine gute Portion Spaghetti und dann könnte es mit der Rotpunktbegehung klappen.
Wir sind nun nicht mehr ganz alleine in der Wand. Angi und Spiri, welche in der Route "Land ohne Herren" unterwegs sind, können wir gut beobachten und uns auch gegenseitig anfeuern. Währenddem das Tal sichtlich glüht, geniessen wir zum Ausklang ein kühles Bier im Titlisbiwak und ich freue mich schon riesig auf Karoline, eine lauschige Nacht im Biwak und die für den nächsten Tag geplante, mir noch unbekannte Tour "Lochblick".

Matthias in Hattori Hanzo

Reto in Hattori Hanzo

Angi und Spiri in Land ohne Herren
Morgenstimmung im Biwak

Karo in der 1. Sl., Lochblick


Mittwoch, 10. Juli 2013

Saisonstart

Endlich, sommerliche Temperaturen im Tal, schwüle conditions im Klettergarten,  leichte Bise in der Luft, trockene Titlisnordwand, die Saison 2013 kann beginnen. Allleeeeeez

Samstag, 27. Oktober 2012

Winterpause

Die Titlissaison ist definitiv vorbei, es sei denn, ein paar wilde planen eine Winterbegehung der Nordwand....

Im Tal waren die Bedingungen die letzte Zeit lauschig und angenehm. Dies nützte Matthias  aus und konnte Quattro stagioni am Bauch erstbegehen (Bilder hier). Auch Reto Aschwanden war aktiv und konnte die dritte Begehung von Peschmerga (8c+), nach Simon Wandeler und David Graham  einsacken.
Pic c Klaus Kranenbitter

Quattro stagioni, (8c) Engelberg Bauch
F.A. Matthias Trottmann 26.9.2012

Als Matthias Trottmann Ende September 2012 den Stand von Quattro stagioni einhängt, geht eine lange Geschichte zu Ende.

Die imposante, 40 m lange Tour am  "Bauch" war vor 9 Jahren eine der ersten Touren des Gebietes. Es blieb jedoch bei einigen zaghaften Versuchen. Zu schwer schien die namenlose Extremtour. Dazu kam, dass Matthias Trottmann in jenem Zeitpunkt einige weitere Neutouren einrichtete und erstbeging. So kam es, dass die Tour nie in seinen Fokus rückte. Jedes Jahr jedoch stieg er mindestens einmal in die Tour, um sich deren Schönheit zu vergewissern und zu sehen, ob die Zeit reif war.
So vergingen die Jahre.
Im Herbst 2010 widmete sich Matthias zum ersten Mal der immer noch jungfräulichen Tour. Es vergingen weitere zwei Jahre, bis  nach einigen intensiven Klettertagen im Frühling dieses Jahres, am 9. Versuchstag der ersehnte Durchstieg gelang.
Quattro stagioni teilt sich vier  Sequenzen auf, die sich in ihrer Felsbeschaffenheit sowie in ihren technischen Anforderungen erstaunlich unterscheiden.

Eine kleine Kostprobe:

Frühling- Steil und kräftig ist die erste Sequenz, und spätestens beim ersten guten Ruhepunkt bist du wach und hoffentlich noch frisch und saftig.

Sommer- Beschwingt geht's durch den kontinuierlich überhängenden zweiten Teil. Ein weiter Hakenabstand macht dir nichts zu schaffen, denn du bist bereits in luftiger Höhe und fühlst die Glückshormone steigen. Ein weiterer Ruhepunkt verschafft dir noch etwas Abkühlung.

Herbst- Nun heisst es, sich langsam aber sicher warm anzuziehen. Der Fels geht in stufiges Gelände über, die Schlüsselstelle naht. Ein letzter unbequemer Ruhepunkt bereitet dich mental auf bevorstehende, härtere Zeiten vor.

Winter- Der Wintereinbruch ist kurz und bündig. Kalte Temperaturen im Kopf, auf Finger und Fels sind unabdingbar. Deine angefressene Speckschicht schützt dich vor Schüttelfrost und lässt dich den Run-out zum Ausstieg in bestem Alpenkalk vergessen.


Dann endlich: 300m über dem Talgrund kannst du in die quattro stagioni beissen und dir alle vier Zutaten auf der Zunge zergehen lassen.

Geheimtipp: Bestelle die Pizza im Frühling oder Herbst bei Föhn.



Mittwoch, 19. September 2012

Bekannte Gesichter in der Nordwand

Am letzten Sonntag schnupperten die zwei Spitzenkletterer Matteo della Bordella und Tommy Caldwell Nordwandluft. Sie holten sich eine Begehung von Land ohne Herren.

Tommy still in the freezing N-face

On the top in the sun

10. September. Der erste Rotpunktversuch in Hattori Hanzo

Irgendwann wird es trotzdem ernst, man will hoch. Mit Hermann als flinker nachsteiger, geduldiger Sicherer sowie steter Motivator versuchte ich mein Gück. Irgendwie war es nicht der Tag.  Ich fühlte mich in der kräftigen 8b+ Schlüssellänge wie ein prall gefüllter Kartoffelsack. Da hoffe ich, dass der Herbst durch ein beständiges Formhoch, wolkenlosem Himmel und warmen Temperaturen besticht.

Die Knackig interessante 5.Sl, kurz vor der schwierigen Partie.

Happy Hermann,

Nordwandmänner

Happy Sommer Projektlen

Spiel und Spass in der Nordwand. Eigentlich ist der Weg zum Ziel das Spannendste an jedem grossen Projekt. Und dies hoch oben, bei angenehmen Temperaturen mit tollen Freunden.


Mit Jonas Muggli

,...Sandro Von Känel